…bundespolitik…es darf geschnuppert werden!

…ich hatte nach der verpatzten Bundestagswahl wirklich die Absicht Politik mit zu gestalten, und entschloß mich für eine „Gast-Mitgliedschaft“ in der SPD. Musste aber feststellen, dass mir das ganze nicht wirklich liegt. Leider hat man das Frau Nahles nicht erzählt, so dass mich vorgestern diese Mail erreichte:

 

„Lieber  Markus Zipp,

seit mehr als einem Jahr bist Du nun Gastmitglied der SPD. Ich freue mich, dass Du
diesen Schritt zu uns gemacht hast. Die Gastmitgliedschaft – wir sagen auch
„Schnuppermitgliedschaft“ – soll Dich mit der Sozialdemokratie vertraut machen.

Heute schreibe ich Dir noch einmal mit der herzlichen Bitte, als Vollmitglied
unserer Partei für die Zukunft der Sozialen Demokratie einzutreten.

Unsere Gesellschaft befindet sich an einer entscheidenden Wegmarke. Ob
Wirtschaftskrise, Klimawandel oder die Herausforderungen des demografischen
Wandels: Es bedarf mutiger und zukunftsfähiger Entscheidungen, diese Probleme in
den Griff zu bekommen.

Die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung wird diesem Anspruch nicht gerecht.
Mehr denn je wird eine starke SPD in Deutschland gebraucht. Wir haben mit unserem
Grundsatzprogramm und dem Beschluss des Dresdner Parteitages einen klaren Kompass.
Werde jetzt Mitglied der SPD und hilf mit, diese richtige Politik durchzusetzen.
Als Mitglied hast Du die Möglichkeit, Dich aktiv zu beteiligen. Deine Meinung zählt,
Dein Beitrag wird gehört. Du kannst an Abstimmungen und an Mitgliederbefragungen
teilnehmen. Darüber hinaus hast Du als Vollmitglied das aktive und das passive
Wahlrecht. Du kannst Genossinnen und Genossen in Ämter und Funktionen wählen.
Du kannst Dich selbst zur Wahl stellen. Ich möchte Dich dazu ausdrücklich ermutigen.
Denn die SPD kann nur so stark sein, wie die Menschen, die unsere Werte und Ziele
unterstützen. Wir brauchen mehr Mitglieder, die politische Verantwortung
übernehmen.

Die SPD war und ist eine Mitgliederpartei. Sie hat eine lange Geschichte, die geprägt ist
durch den Kampf um soziale Gerechtigkeit, Fortschritt und Demokratie. Große Namen
sind mit unserer Partei verbunden. In unserer Zeit sind wir es nun, die den Stab
übernehmen und Verantwortung tragen müssen. Ich würde mich sehr darüber freuen,
Dich bald als Vollmitglied der SPD begrüßen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Nahles“

Hoppla dachte ich….dann willst du mal antworten:

Sehr geehrte Frau Nahles,

vielen Dank für Ihre charmante Erinnerung!
Ja ich habe mir, seit nun mehr einem Jahr die Entwicklung der SPD, und ganz im speziellen in Hamburg, angesehen und bin mir immer noch nicht sicher ob Partei-Arbeit etwas für ist. Ich komme aus der Wirtschaft und kenne dort klare Strukturen in der Analyse, der Planung und der Durchführung von Projekten oder Prozessen. Was ich aber auf den diversen Veranstaltungen erlebt habe war mehr als amateurhaft, so dass ich mich wirklich sehr schwer damit tue in eine Vollmitgliedschaft zu wechseln.
Hierbei geht es nicht um die politische Ausrichtung, sonder viel mehr in ihrer Umsetzung.
Ja Sie haben recht, wenn Sie sagen dann ändere diese Dinge. Dieses habe ich versucht, aber es war sehr schwer, in meinem Distrikt, einem 80ig Jahre alten Mann die Bedeutung von Social-Media-Marketing zu erklären, um nur ein Beispiel zu nennen.
Auf den Punkt gebracht, bin ich eine andere Arbeitsgeschwindigkeit gewohnt und da kann Politik nicht schritthalten.
Natürlich gibt es eine Zeit des Redens, aber der muss auch eine Zeit des Handelns folgen. Diesen Eindruck hatte ich leider nicht!
Dennoch habe ich immer noch die Motivation Politik zu machen.

Vielleicht sollte man noch mal in den Dialog treten und das Pro + Contra diskutieren.“

 

Mir war natürlich klar, dass es sich dabei um eine Massen-Email gehandelt hat, aber ich trotzdem oder gerade deswegen geantwortet habe.

Sie da, jemand muss meine Mail wohl gelesen haben, denn heute morgen erreichte mich dieses Schreiben……

„Lieber Markus Zipp,

Vielen Dank für Ihre offene Antwort, die uns auch eine echte Anregung ist!
Ich habe Ihre Mail an Frau XXXX, die Geschäftsführerin Ihres SPD-Kreises, weitergeleitet. Sie wird sich in den nächsten Tagen bei Ihnen melden, um zu überlegen, wo und wie Sie sich bei der SPD einbringen können.
Bleiben Sie dabei, motiviert und auch mit etwas Geduld. Als Gastmitglied können Sie das auch noch ein weiteres Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

XXXXXXXXXXXXX
SPD-Parteivorstand
Referat Mitgliederwerbung und -entwicklung“

 

Man darf gespannt sein….vielleicht mache ich ja bald Wahlkampf für Olaf Scholz….

Politik zum Schnuppern….aus der sicht und mit den worten von…

markus

3 Kommentare zu „…bundespolitik…es darf geschnuppert werden!

Gib deinen ab

  1. Ja, Markus,
    so erlebe ich es auch. Ich habe den Schritt gemacht und bin einer Partei beigetreten, weil ich etwas vor Ort bewirken wollte. Wenn man „Wirtschaft“ gewöhnt ist, wie ich auch, ist es mehr als nur Schneckentempo, manchmal frage ich mich, ob wir je vorankommen… und bin kurz vor dem verzweifeln.
    Aber ich habe einen jungen Mitstreiter (25 Jahre jünger als ich) gefunden und wir beide haben verabredet, wir MACHEN einfach. Just do it! Und – es gibt Gegenwind, den sitz ich aus. Ich schreibe Rundmails mit Deadline für die Antwort, erhalte keine Antworten, aber ich kündige an, dass wenn die Deadline nicht eingehalten wird, wir einfach machen. Und – sie murren zwar im stillen Kämmerlein, aber akzeptieren…
    Deswegen mach ich einfach weiter und bin mal gespannt was herauskommt. Manchmal muss man einfach weitergehen und nicht alle mit im Boot haben wollen, sonst bleiben wir auf den Bäumen sitzen.

    Liebe Grüße
    Malu

  2. Hallo Markus,

    so erlebe ich es auch von außen. Schade, dass jeglicher Innovationsgeist so ausgebremst wird. Ich glaube, dass fast jeder denkt, es besser machen zu können. Wirkt ja auch sehr ineffizient, wie es in der Politik manchmal vorangeht.

    Lass uns doch den Rösler vom Thron stoßen 🙂

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